Was ist Buggyfahren?

Faszination Buggysport


Sonne, Sand, endlose Weite... ein Buggy durchquert die Idylle, angetrieben von der Naturkraft Wind. Diese träumerische Vorstellung ist die Krönung für Buggyfahrer in ihrem Sport. An einigen Küsten Europas können diese Träume Realität werden. Aber auch auf frei gelegenen Wiesen oder neben dem Deich kann man viel Spaß haben.

Wenn Ihr diese Zeilen lest, habt ihr vielleicht schon einmal einen Buggy in Aktion sehen können, egal ob in Deutschland, Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich oder sonstwo auf der Welt. Fragt ihr einen aktiven Fahrer nach der Faszination seines Sports, so werdet Ihr viele verschiedene Aspekte hören, die den Reiz dieses jungen Sports ausmacht: Die Windkraft nutzen, bei Regatten bis ans Limit gehen, die Freiheit pur an der frischen Luft, den Geschwindigkeitsrausch knapp über dem Boden hautnah erleben, die Koordination der Zugdrachen und das Umsetzen der Beschleunigung auf den Buggy; jeder zieht den größtmöglichen Reiz aus dieser Freizeitbeschäftigung.


Buggy - was ist denn das?
Der Buggy ist ein dreirädriges Gefährt mit einem lenkbaren Vorderrad und einer breiten, starren Hinterachse. Zwischen Vorderrad und Achse befindet sich ein Rohrrahmen, an dem ein Sitz für den Fahrer befestigt ist. Gelenkt wird mit den Füßen mittels Rasten an der Vorderradgabel. Als Antrieb wird die Windkraft genutzt, die über einen vom Piloten gelenkten Drachen direkt übertragen wird und den Buggy beschleunigt. Als Drachen kommen dabei überwiegend 4-leinige, stablose Schirme zum Einsatz.


Peter Lynn 
Entwicklung
Angefangen hat alles vor ungefähr 10 Jahren in Neuseeland. Dort war es Peter Lynn leid, von Drachen auf seinen Füßen über den Strand gezogen zu werden. Außerdem mußte er immer wieder zurück gehen. Kurzerhand entwickelte er einen Buggy, dem die heutigen Modelle noch sehr ähnlich sind. Lenkbares Vorderrad, starre Achse, keine Bremse, Gurtsitz. Ein neuer Sport war geboren. Interessanterweise entwickelte sich dieser Sport in Europa wesentlich zügiger als in Amerika. Schon nach wenigen Jahren tummelten sich an den Stränden zahlreiche Gruppen und genossen die neue Freiheit auf drei Rädern. 

Geeigneter Platz für den Sport?
Als ideale GPA Fahrgebiete zeichnen sich die weiten Strände an der Nordsee und dem Atlantik ab. Leider ist nicht überall genug Platz und es ist nicht überall erlaubt, so daß man sich vorher unbedingt informieren sollte. An den dänischen Stränden auf Rømø und Fanø gibt es inzwischen fest eingerichtete Buggygelände. An diesen Strandabschnitten sind dem Spaß kaum Grenzen gesetzt, außer daß man auf die anderen Nutzer achten muß. Aber auch auf Wiesen und sogar auf Asphaltplätzen ist das Buggyfahren möglich. Bei der deutschen Buggyfahrervereinigung GPA könnt Ihr Euch informieren, wo das Buggyfahren erlaubt ist und was dabei zu beachten ist. Zum Üben sollte man einen windsicheren Ort, wie an der Küste aufsuchen, wo es genügend Platz für die ersten Versuche gibt. Informationen zu den gesicherten GPA Fahrgebieten findet ihr hier.

Ist das gefährlich?
Nein, wenn man die Sache richtig anpackt. Ihr solltet Euch mit dem Material vertraut machen und die Bedingungen richtig einschätzen. Feste Kleidung, festes Schuhwerk und ein Sturzhelm gehören zur Ausrüstung. Tastet Euch langsam an die Zugkräfte des Drachens und die Geschwindigkeit des Buggys heran, laßt Euch die Fahrtechnik und die Regeln erklären. Buggyfahren ist eine Erlebnissportart und bietet das Abenteuer der Naturkraft und wer sich Schritt für Schritt voran tastet und sich nicht überschätzt wird belohnt. Einige Versicherungen bieten die Erweiterung der Privathaftpflicht auf das Buggyfahren an.

Was kostet der Spaß?
Der Preis für den Buggy selbst liegt bei 350-400 EUR und steigt in der Rennausstattung bis ca. 900 EUR. Von Billigkonstruktionen und windigen Eigenbauten sollte aus Sicherheitsaspekten Abstand genommen werden. Die Preise der Zugdrachen richten sich nach der Größe, variieren aber stark nach der Leistungsauslegung. Während Einsteigerschirme von 3m² Segelfläche schon um 200 EUR angeboten werden, liegen die "Hochleister" je nach Größe bei bis über 750 EUR. Der Fachhandel berät hier gerne hilfreich, aber spreche ruhig einmal mit einem Aktiven, der oft wichtige Tips aus erster Hand geben kann. Eine weitere Möglichkeit für Einsteiger sind inzwischen die gut erhaltenen Buggys und Drachen aus zweiter Hand, die die Anschaffung zu einem nur geringen Kostenaufwand und Risiko machen.



Ist das schwer zu lernen?
Zuerst wird man lernen, den Zugdrachen im Stand zu steuern und sicher zu kontrollieren. Erst dann geht es auf den Buggy. Wie bei anderen Segelsportarten kommt es auf die richtige Fahrtrichtung zum Wind an. Besonderheit beim Buggyfahren ist die Koordination der Steuerung des Zugdrachens und der Lenkung des Buggys. Nach kurzer Zeit kann man die Erfahrung sammeln, Windrichtung, Zugkraft und Kurs richtig abzustimmen. Dafür gibt es Buggy-Fahrschulen, die die entscheidenden Kniffe vermitteln und in der Regel auch die passende Ausrüstung für Fahrer und Wind bereitstellen. Hier kann auch ohne jegliche Vorkenntnisse an ein bis zwei Tagen intensiven Trainings das Fahren der Grundmanöver gelernt werden. Wie man sein Können ausbaut und sich an hohe Geschwindigkeiten und Fahrtricks heran tastet ist je nach Begabung und Ausdauer eine Frage der Praxis.

Organisation
In vielen Ländern gibt es bereits nationale Verbände. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht diesem aufstrebenden Sport die notwendige organisatorische Basis und die zustehende Popularität zu verleihen. In Deutschland ist das die GPA (German Parakart Association Kitesailing e.V.). Die Vereinszeitschrift "Kitesailing-News" ist hier die wichtigste Informationsquelle für aktive Fahrer.